Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) zeichnet seit 1997 jedes Jahr die Immobilienverwalter des Jahres aus. Damit soll das Leistungsspektrums des Immobilienverwalters stets an die Bedürfnisse des Marktes angepasst werden. Der Sieger erhält für seine zukunftsorientierte Idee einen zylinderförmigen Pokal aus Sandstein und Kupfer, der mit einem vergoldeten Haus verziert ist, und einen Geldpreis von 2.500 EUR. Der 2. Platz wird mit 1.000 EUR belohnt, der 3. Platz mit 500 EUR und die Plätze 4 und jeweils mit einer Urkunde. Dazu kommen ein Image-Gewinn und die Möglichkeit, dem Preis oder die Platzierung für Werbezwecke zu verwenden.
Die Preisverleihung erfolgt beim Deutschen Verwaltertag, der jedes Jahr im Herbst stattfindet. Der Anmeldeschluss für 2007 ist zwar bereits verstrichen, aber die nächste Ausschreibung kommt bestimmt. Vielleicht ergibt sich aus der folgenden Vorstellung einiger prämierter Innovationen eine neue Idee, die im nächsten Jahr umgesetzt und dann zum Wettbewerb angemeldet werden kann. Teilnahmeberechtigt sind übrigens alle Immobilienverwalter aus Deutschland, und die Bewertung erfolgt durch eine neutrale Jury.
Höherer Kundennutzen, geringere Aufwände bei der Verwaltung

Ein passwortgeschützter Bereich innerhalb des Internet-Auftritts hat die Arbeit für die Eigentümergemeinschaft und für die Hausverwaltung vereinfacht. Für jede Wohnanlage stehen Verträge, Protokolle, Hausordnung, Anleitungen zur Mülltrennung, Liste der anstehenden Renovierungsarbeiten und Reparaturen, Abnahmeprotokolle und verschiedene Formulare jederzeit online zur Verfügung. Dadurch wurden Arbeitsabläufe vereinfacht und die Zettelwirtschaft eingeschränkt.
Die Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2000 durch den TÜV ist auch für Immobilienverwaltungen möglich. Zur Vorbereitung auf das Audit wird die interne Betriebsführung analysiert und verbessert, um die Effizienz zu steigern, schnell reagieren und entscheiden zu können, die Kompetenzen zu erweitern und die Zufriedenheit der Mitarbeiter hoch zu halten. Dass dieser Schritt auch eine gute Möglichkeit zur Differenzierung vom Mitbewerb ist, versteht sich von selbst.
Die Datenbank zum Betriebskostenvergleich informiert nicht nur Eigentümer, Mieter und Verwaltungsbeiräte, sondern macht auch die Arbeit der Verwaltung effizienter. Sie findet Ausreißer in der Kostenstruktur schneller als vorher und erleichtert die Wertsteigerung.
Die Datenbank wurde ins Internet integriert, so dass jeder prüfen kann, ob seine Betriebskosten im Rahmen liegen oder ob ein Einsparpotenzial vorhanden ist.
Finanzielle Probleme lösen

Eine Immobilie mit vielen aufgeschobenen Sanierungsmaßnahmen und einem damit einhergehenden steigenden Leerstand ist schon eine Aufgabe für sich. Zur Herausforderung wird das Ganze, wenn die Eigentümergemeinschaft zahlungsunfähig ist und dadurch keine Sonderumlage durchgesetzt werden kann. Nach der Idee des Verwalters wurden Teile des Grundstücks abgetrennt, veräußert und mit Reihenhäusern bebaut. Der Veräußerungserlös wurde dann für die Sanierungsarbeiten verwendet.
In einer anderen Innovationsidee wurden finanzielle Probleme zwischen Mieter und Vermieter durch eine Mietschuldnerberatung gelöst.
Objektwert und Zufriedenheit durch Sanierung und Umbau steigern
Aus 3 plus 4 mach’ 5 plus 2, so könnte man die Umbaumaßnahmen in einem Plattenbau der ehemaligen DDR beschreiben. Kinderreiche Familien, denen die 4-Zimmer-Wohnung zu klein geworden war, hätten ausziehen müssen, wenn die Verwaltung nicht auf die Idee gekommen wäre, den Grundriss dieser und der Nachbarwohnung durch einfache bauliche Maßnahmen zu ändern. Von der 3-Zimmer-Wohnung wurde ein Zimmer abgetrennt, so dass eine 5- und eine 2-Zimmer-Wohnung entstanden, die beide begeisterte Mieter fanden. Bei weiteren Umbauarbeiten im Objekt wurden die Mieter mit einbezogen, konnten Eigenleistungen erbringen und so die Identifikation mit der Anlage und ihren Nachbarn erhöhen, was sowohl den Wohnkomfort als auch die Werterhaltung fördern konnte.
Ein Lehrstand von fast 30% der Wohnungen konnte durch den nachträglichen Anbau von Balkonen beseitigt werden. Durch Mustermappen und Fahrten zu Referenzobjekten gelang es der Hausverwaltung, die Eigentümer davon zu überzeugen, dass die Balkons zu einer optischen und technischen Aufwertung des Objekts führen würden und dass eine Anpassung der Wohnimmobilie an die Marktansprüche zur Werterhaltung notwendig ist. Nachfolgeaufträge anderer Eigentümergemeinschaften haben zudem den Ruf des Verwalters gestärkt.
Ebenfalls um Balkons ging es in einer anderen Innovationsidee zur Sanierung mehrerer Häuser aus den 50er Jahren. Hier wurden kleine Balkons durch größere Balkons ersetzt. Neben der Steigerung der Wohnqualität wurden durch Dämm- und Isoliermaßnahmen an Dach und Kellerdecke Maßnahmen zur Energieeinsparung durchgeführt. Zusätzlich kümmerte sich die Verwaltung um Mittel aus dem kommunalen Förderprogramm.
Eine weitere Innovationsidee bezog sich auf die Schaffung von Wohnraum für Senioren und Behinderte.
Umweltschutz

Innovationen zum Umweltschutz sind machbar, auch wenn die Zahlen zunächst gegen die Idee sprechen. Anstelle der einfachen Sanierung der Heizungsanlage wurde in einem 48-Parteien –Haus eine thermische Solaranlage installiert. Zur Instandhaltungsrücklage konnten 30 % der Kosten durch Zuschüsse von Land, Stadt und anderen Förderern gedeckt werden. Dass die Energiekosten um ebensolche 30% gesenkt werden konnten und die Zielvorgaben der Weltklimakonferenz eingehalten werden, spricht zusätzlich für diese Innovation.
Aus- und Weiterbildung für Immobilienverwalter

Eine innovative, weil multimediale und interaktive Lernanwendung für die Aus- und Fortbildung von Immobilienverwalter ermöglicht ein zeitlich und räumlich unabhängiges Lernen über das Internet. An Hand von Filmen zu typischen beruflichen Situationen werden fachliche und auch soziale Inhalte vermittelt. Sie werden durch Arbeitsmaterialien und Gesetzestexte ergänzt.
Soweit ein paar ausgewählte Innovationsideen. Man darf auf die diesjährige Preisverleihung gespannt sein und auf weitere interessante Ideen hoffen, von denen Mieter, Eigentümer, Verwalter und auch die Umwelt profitieren können.