MalerDie Fassade blättert ab, die Ecken in den Zimmern sind mehr grau als weiß, das Treppenhaus ist auch nicht mehr wirklich einladend – ein klarer Fall für den Maler. Aber wie findet man einen zuverlässigen Handwerker, der nicht nur ordentlich arbeitet, sondern auch pünktlich zum vereinbarten Termin erscheint und eine Rechnung stellt, die im Verhältnis zur geleisteten Arbeit steht?
Über die Rundfrage im Freundeskreis gibt es eine weitere, unbestechliche Möglichkeit, an Qualitätsurteile über Maler zu kommen: Das Internet-Portal qih der Fördergesellschaft für Qualität im Handwerk.
Qualität im Handwerk
Dort kann man zur Postleitzahl des Ortes, in dem die Malerarbeiten durchgeführt werden sollen, Maler suchen, die an der Qualitätsinitiative teilnehmen. Die Suchergebnisse sind nach Entfernung zum Arbeitsort gestaffelt. Betriebe, die aufgrund der Bewertung durch Kunden das Zertifikat für Qualität im Handwerk bereits erhalten haben, stehen vor solchen, denen das Siegel (noch?) nicht verliehen wurde. Für alle Betriebe werden die Kontaktdaten und der Beginn der Mitgliedschaft angezeigt. Einmal Siegel, immer Siegel gilt nicht, denn die Fördergesellschaft überprüft die eingehenden Bewertungen regelmäßig, um Missbrauch auszuschließen und die Ergebnisse aktuell und aussagekräftig zu halten.
Betriebe, die sich der Bewertung stellen wollen, müssen einerseits Innungsbetriebe sein und sich andererseits anmelden und einen Jahresbetrag von 155 EUR entrichten. Dafür gibt es dann Bewertungspostkarten, Aufkleber und weitere Werbemittel. Die Bewertungspostkarten kann der Maler jeder Rechnung beilegen, um die Kunden über die Möglichkeit zur Abgabe einer Bewertung zu informieren und dazu zu animieren. Die Bewertungen selbst kann mit Hilfe der Postkarte, die kostenfrei an qih geschickt werden kann, oder Online abgegeben werden.
Pro Auftrag kann der Kunde eine Bewertung abgeben. Das bedeutet einerseits, dass ein zufriedener Kunde, der den Maler deshalb erneut beauftragt, diese Zufriedenheit auch durch eine erneute gute Bewertung ausdrücken kann. Das bedeutet aber auch andererseits, dass die Bewertung nur aufgrund eines tatsächlichen Auftrags (belegt durch die Rechnungsnummer in der Bewertung) erfolgen kann. Sympathie- oder Antipathiebewertungen aus dem Umfeld des Malers sind dadurch und durch zusätzliche technische Maßnahmen ausgeschlossen.
Bei der Bewertung wird zunächst die Rechnungssumme anhand mehrerer Kategorien abgefragt. Dazu erfolgt eine Bewertung in Schulnoten von 1 bis 5 zu den Kriterien

  • Gesamtbewertung
  • Termintreue
  • Kompetenz
  • Kundenorientierung
  • Sauberkeit
  • Wertigkeit

Der Kunde kann ferner in einem Textfeld seine Anmerkungen eingeben. Die Details der Bewertung sind für die Öffentlichkeit im Internet nicht sichtbar, sondern werden von der Fördergesellschaft für Qualität im Handwerk „nur“ für die Erteilung des Zertifikats verwendet. Die Handwerker erhalten jedoch schon Zugriff auf die Detail-Ergebnisse, um eine Bestätigung ihres bisherigen Vorgehens oder Anregungen für eine Korrektur des Verhaltens ableiten zu können. Natürlich kann sich der Maler auch mit unzufriedenen Kunden in Verbindung setzen, um den Grund der Unzufriedenheit zu erfragen oder ihn aus der Welt zu schaffen.
Natürlich kann der Malerbetrieb das Zertifikat auch für Werbezwecke nutzen. Und Berichten auf der Webseite zufolge gibt es durchaus positive Erfahrungen. Dies deckt sich auch mit der allgemeinen Erkenntnis aus Online-Shops, dass Bewertungen anderer Kunden großen Einfluss auf eine Kaufentscheidung haben. Und bei einem Überangebot an Waren und Dienstleistungen spielen neutrale Bewertungen und Empfehlungen von vertrauenswürdigen Personen einen große Rolle beim Verkauf und bei der Vergabe von Aufträgen.
Sollte ich mal einen Maler suchen, wüsste ich, wo ich schaue. Und wäre ich Innungsmaler, wüsste ich, was ich täte.
(Bild oben von Pixelio, Fotograf Paul-Georg Meister)