Treppen sind allgegenwärtig. Wir benutzen sie am Haus, im Haus, in der Wohnung, ja sogar in Parks, Gärten und auf Plätzen, um Höhenunterschiede zu überwinden – sei es zwischen Stockwerken oder durch Geländeformen. Bedingt durch die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten unterscheiden sich Treppen hinsichtlich Form, Breite, Durchmesser und Steilheit.
Aber Treppen unterscheiden sich auch sprachlich: Der Österreicher benutzt das Stiegenhaus. Und eine kleine Treppe an der Salzach war Namensgeberin für das Salzburger Stiegl-Bier…
So sympathisch sind Treppen allerdings nicht immer, für manch einen sind sie unüberwindbar und manch einer erinnert sich nur ungern an einen Treppensturz. Sicherheit ist also beim Treppenbau sehr wichtig. Zum Auflockern und vor dem Einstieg in die Details kurz noch ein Witz: Gehen zwei Erbsen durch die Stadt. Sagt die eine zur anderen: „Achtung, eine Trep-pe-pe-pe-pe-pe-pe-pe-e.“
Formen von Treppen

Geradläufige Treppen gehen gerade von unten nach oben. Die Unterkante der Treppe ist parallel zur oberen Kante, alle Stufen sind gleich breit und gleich tief. Die Laufbreite der Treppe beträgt meist zwischen 85 und 90 cm.
Geradläufige Treppen können durch ein Zwischenpodest unterbrochen sein und dadurch einen Aufgang in Form eines rechten Winkels ermöglichen.
geradläufige Treppe
Gewendelte Treppen gehen um mindestens eine Ecke und zeichnen sich dadurch aus, dass die Stufen in den Winkeln weder gleichmäßig breit noch rechtwinklig sind. Nach innen wird die Stufe schmaler, nach außen meist breiter. Eine viertelgewendelte Treppe weist einen Winkel von 90° auf.
viertelgewendelte Treppe
Bei einer halbgewendelten Treppe liegen Anfang und Ende knapp nebeneinander, bei einer zweiviertel-gewendelten Treppe ist der seitliche Abstand größer.
Spindeltreppen sind in der Draufsicht rund. Ihre Treppenstufen ähneln Tortenstücken, da sie innen spitz sind und nach außen weiter werden. Der Durchmesser der Treppe beträgt 1,6 bis 1,8 m. Bei der Spindeltreppe ist die Säule in der Mitte gerade. Bei einer Wendeltreppe hingegen verlaufen die Stufen wie die Rillen einer Schraube um die Mittelsäule herum. Letztere kann jedoch auch fehlen, so dass man durch das Auge in der Mitte herunterschauen kann – sofern einem dabei nicht schwindlig wird.
Vorschriften zu Treppen
Die Landesbauordnungen enthalten Vorschriften zur Gestaltung von Treppen. So schreibt die Ausgabe für Nordrhein-Westfalen beispielsweise vor, dass zur Verbindung nicht ebenerdig liegender Geschosse mit dem Erdgeschoss und zum Zugang benutzbarer Dachräume Treppen vorhanden sein müssen. Für diese „notwendigen Treppen“ gelten weitere Vorschriften hinsichtlich Beschaffenheit, Breite und Geländer, wobei jedoch nach Treppen in Wohnungen und außerhalb zu unterscheiden ist.
Manche Landesbauordnungen enthalten spezielle Passagen für die Sicherheit von Kindern an und auf Treppen. Kritische Bedeutung erlangen solche Regelungen natürlich meist nur im Schadensfall, wenn z.B. tatsächlich ein Kind zwischen den Treppenstufen durchrutschen sollte und eventuell der Treppenhersteller zur Rechenschaft gezogen werden soll.
Abstand Treppenstufen
Darüber hinaus gibt es Arbeitsstättenverordnungen und DIN-Normen für Treppen, nicht zuletzt deshalb, weil Treppenstürze am Arbeitsplatz oft durch Hast oder das Tragen von Waren begünstigt werden.
Sicherheit mit Treppen
Geradläufige Treppen lassen sich durch ihre gleichmäßig großen Stufen und den geraden Verlauf am besten begehen. Optimale Stufen weisen eine Tiefe von 26 – 30 cm und einen Abstand von 16 – 19 cm auf. Auch die Länge des Podests sollte der Schrittlänge entsprechen, die sich durch die Stufen eingestellt hat, so dass der gleichmäßige Geh-Rhythmus möglichst nicht unterbrochen wird. Eine sichere Trittfläche ist eben, gleichmäßig und rutschfest. Die Kanten sollten nicht nur gut erkennbar, sondern auch durch eine spezielle Oberflächengestaltung noch zusätzlich rutschhemmend sein.
Die Anzahl der Stufen, ab denen ein Handlauf erforderlich ist, schwankt zwischen 3 und 5. Auf jeden Fall sollte man beim Abwärtsgehen einen Handlauf auf der rechten Seite zur Verfügung haben, bei Treppe mit einer Breite über 1,50 m, auf beiden Seiten. Weitere Vorschriften und Empfehlungen gibt es für den Abstand der Handläufe zur Wand und zum Boden und zur Gestaltung von Anfang, Ende und der Grifffläche.
Auch wenn eine offene Treppe möglicherweise modern und futuristisch ausschaut, sollte die offene Seite zum Vermeiden der Absturzgefahr durch ein Geländer gesichert werden.
Über ihre reine Funktionalität hinaus können Treppen aber durchaus auch als gestalterische Elemente eines Hauses eingesetzt werden, denn zu der Vielfalt an Formen kommt noch eine Vielfalt an Materialien.