Früher hat man in der Zeitung nach Immobilien gesucht. Wer eine Mietwohnung gesucht hat, musste samstags früh aufstehen, Zeitung holen, durchstöbern und gleich telefonieren. Bei Immobilien war etwas mehr Ruhe möglich, Samstagnachmittag Zeitung studieren und ab Montag mal telefonieren. Unter der Woche gab es dann vielleicht noch das ein oder andere „Käseblättchen“ mit ein paar wenigen Immobilienanzeigen, aber abgesehen von ein paar Besichtigungsterminen war unter der Woche eher Ruhe angesagt.
Diese Periodisierung gibt es im Zeitalter des Internets nicht mehr. Immobiliensuche ist immer und überall, was vor allem dann praktisch ist, wenn man überregional umziehen muss oder möchte.
Laut Nielsen NetRatings vom Februar dieses Jahres sucht schon jeder dritte Internet-Nutzer sein Haus oder seine Wohnung online. Die Untersuchungen von Immo Media Research 4 ergaben sogar, dass das Internet die Tageszeitungen schon überholt hat und mehr als die Hälfte aller Vertragsabschlüsse über das Internet angebahnt wurde.
Das Internet zeichnet sich besonders durch seine Effizienz in Bezug auf die Kosten aus. Das ist leicht nachvollziehbar, denn während die Botschaft bei einer Tageszeitung meistens auf wenige Zeilen schwarzen Texts begrenzt ist, bietet das Internet nicht nur viel Platz für viel Text, sondern auch die Möglichkeit, etliche Bilder vom Objekt und allen vorzeigenswerten Details anzubieten. Exposés können als pdf-Datei zum Download angeboten werden, so dass sie sofort zur Verfügung stehen und sich der Verkäufer die Druck- und Portokosten spart. Dazu kommen komfortable Suchmöglichkeiten und Benachrichtigungsfunktionen. Das ist natürlich auch notwendig, denn in den größten Immobilienportale finden sich zwischen 100.000 und 600.000 Angebote. Die Immobiliensuche wird dadurch für beide Seiten effizienter. Die Vorarbeit der Vermittlung grundlegender Informationen wird auf den Computer übertragen, und Verkäufer und Kaufinteressent treten nur dann in Kontakt, nachdem das Objekt beim Käufer die ersten Tests bestanden hat.
Aber noch mal zurück zu den Immobilienangeboten im Netz. Bei den überregionalen Immobilienportalen liegt ImmobilienScout24 derzeit unangefochten an der Spitze, gefolgt von Immowelt, Immopool und Immonet.
Ein Anbieter hatte zwar die gute Idee, ein Meta-Portal zur gleichzeitigen Suche in mehreren Immobilien-Portalen einzurichten. Das Ergebnis kann aber leider nicht überzeugen, so dass jede Quelle separat angezapft werden muss.
Immobilienangebote finden sich online zudem noch in regionalen Immobilienportalen, in Online-Portalen von Tageszeitungen und Anzeigenblättern. Banken, Bausparkassen, Bauträger und Immobilienmakler bieten ihre Immobilien zusätzlich auf ihren eigenen Internet-Seiten an, teilweise unter Rückgriff auf die großen Portale.
Der Vollständigkeit halber seien noch Aushänge bei den Anbietern und Schilder an den Objekten neben persönlichen Kontakten als Informationsquellen genannt, wenn die Suche im Umkreis erfolgt.
Inzwischen hat sich ein neuer Vertriebskanal für Immobilien aufgetan. Wer in Deutschland seine Fernsehprogramme über den Satelliten Astra empfängt, kann Immobilien nun auch im Fernsehen ansehen. Der Sender „rtn-myestate“ gehört dem amerikanischen Medienkonzern RTN LLC, der mit der RTN GmbH mit Sitz in München auch in Deutschland vertreten ist. RTN hat sich auf die Immobilienvermarktung in den elektronischen Medien spezialisiert. Und so werden die Traumimmobilien, derzeit gut 2 Dutzend Luxus-Immobilien in Deutschland, Österreich, Italien und Spanien sowohl im Fernsehen als auch im Internet gezeigt. Das Fernsehprogramm ist in 2-stündige Blöcke unterteilt, die täglich 12 Mal wiederholt werden. Im Internet hat der Benutzer natürlich die Freiheit, den gewünschten Spot zeitunabhängig aussuchen und anschauen zu können.
Das Angebot für den Immobilienverkäufer ist sehr umfangreich. Es gibt 6 verschiedene Pakete für Spots mit einer Dauer von 60 Sekunden. Die Mindestlaufzeit beträgt eine Woche, das Maximum ein Jahr. Je länger man sich bindet, desto günstiger wird natürlich jeder einzelne Spot. Aber auch individuelle Wünsche hinsichtlich der Länge des Spots, der Anzahl der Ausstrahlungen pro Tag und der Gesamtdauer sind möglich.
Da das Angebot erst seit Mitte April 2007 verfügbar ist, lassen sich natürlich zum heutigen Zeitpunkt noch keine endgültigen Aussagen über den Erfolg machen. Die Idee, Fakten und Emotionen großflächig und 3-dimensional zu zeigen, scheint sinnvoll, nicht zuletzt, weil sich Videos auch im Internet immer weiter verbreiten. Und vielleicht geht diese „neue Art, einzukaufen“ ja wirklich nicht nur für Staubsauger und Goldkettchen.